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Marktanalyse· 3 Min. Lesezeit

Humanoide Roboter: AgiBot privat bei 50 Milliarden Yuan, Unitree an der Börse über 60 Prozent tiefer

Humanoide Roboter: AgiBot privat bei 50 Milliarden Yuan, Unitree an der Börse über 60 Prozent tiefer (Symbolbild, mit KI erstellt)Symbolbild · KI-generiert

Rund 50 Milliarden Yuan soll der chinesische Humanoid-Hersteller AgiBot neu wert sein. Wie das Wirtschaftsmagazin Caijing am 13. Oktober berichtete, steht die Shanghaier Firma kurz vor dem Abschluss einer Finanzierungsrunde über 1 bis 1,5 Milliarden Yuan, womit sich ihre Bewertung gegenüber zuvor 15 Milliarden mehr als verdreifachen würde.

Am selben Markt läuft gleichzeitig das Gegenprogramm, denn Unitree, der erste reine Humanoid-Hersteller an einer chinesischen Festlandbörse, hat seit dem Börsengang im August über 60 Prozent seines Höchstwerts verloren. Privates Kapital zahlt also weiterhin Spitzenpreise, während die Börse dieselbe Branche bereits nüchterner bewertet, und ausgerechnet die neue Runde schiebt den Börsengang von AgiBot in Hongkong ins Jahr 2027.

Der Grund dafür ist eine Regel der Hongkonger Börse, nach der zwischen dem Abschluss einer Finanzierung vor dem Börsengang und der Kotierung ohne Ausnahmebewilligung 120 Tage liegen müssen. Schliesst AgiBot die Runde Ende Oktober ab, wäre ein Handelsstart nach Angaben des Portals 36Kr frühestens Ende Februar möglich. Im Juli, als die Vorbereitungen begannen, war noch von einer Kotierung ab August und einer Zielbewertung von 40 bis 50 Milliarden Hongkong-Dollar die Rede. AgiBot selbst wollte sich weder zur Runde noch zum Zeitplan äussern.

Ganz ohne Substanz ist die Bewertung nicht, denn AgiBot lieferte 2025 laut dem Marktforscher Omdia über 5'100 Humanoide aus, rund 39 Prozent des Weltmarkts. Der Umsatz lag im selben Jahr bei 1,05 Milliarden Yuan, und im September lief nach Firmenangaben bereits der 20'000. Roboter vom Band. Gemessen am Vorjahresumsatz verlangen die Investoren allerdings knapp das Fünfzigfache, und das in einer Branche, in der laut Omdia nur rund zehn Prozent der ausgelieferten Geräte produktiv arbeiten, während der Rest in Forschung, Datensammlung und Showeinsätzen steckt.

Wie schnell sich die Stimmung drehen kann, zeigt Unitree. Die Aktie schloss am ersten Handelstag, dem 19. August, rund 460 Prozent über dem Ausgabepreis, seither ist der Börsenwert laut 36Kr von in der Spitze 444,9 Milliarden Yuan auf etwa 170 Milliarden gesunken. Dass der bereinigte Gewinn im ersten Quartal um 53 Prozent zurückgegangen war, spiegelten die Kurse der ersten Tage nicht.

Dabei wächst der Markt durchaus kräftig. Laut IDC wurden im ersten Halbjahr 2026 weltweit knapp 25'000 Humanoide ausgeliefert, mehr als fünfmal so viele wie ein Jahr zuvor, und 77,9 Prozent davon stammten aus China. Für das ganze Jahr erwartet TrendForce rund 50'000 Einheiten und Goldman Sachs sogar 75'000, was allerdings auch heisst, dass die heutigen Bewertungen Stückzahlen vorwegnehmen, die erst noch gebaut und verkauft werden müssen.

Die Behörden in Peking haben die Gefahr einer Überhitzung erkannt. Die Börsenaufsicht CSRC legte Ende September Kriterien für Börsengänge von Humanoid-Firmen fest, nachdem sie zuvor mehrere Anträge strenger geprüft hatte. Laut 36Kr planen über 20 Firmen der verkörperten KI einen Gang an die Börse, darunter Deep Robotics, das im ersten Halbjahr gerade sechs Humanoide verkauft hat. Diese eine Zahl erklärt die Vorsicht der Aufseher besser als jede Kursgrafik.

Im Westen fliesst das Geld ebenso freigiebig. Am 20. Oktober erreichte das Startup Eka Robotics mit einer Series A über 150 Millionen Dollar eine Bewertung von 1,45 Milliarden, obwohl es bisher erst Pilotprojekte vorweisen kann. Am 2. November stimmen zudem die Aktionäre von Churchill Capital XI über den SPAC-Börsengang von Agility Robotics ab, womit auch in den USA bald ein Kurs zeigt, was Anleger für Humanoide wirklich zu zahlen bereit sind.

Für die Schweiz ist die Schere zwischen privatem und öffentlichem Kapital mehr als eine Randnotiz. Am 22. Oktober meldete das Zürcher Startup Enact Intelligence, gegründet von Manuel Galliker, der an der ETH studierte und zuvor bei 1X arbeitete, eine Pre-Seed-Runde über 30 Millionen Dollar, an der sich neben redalpine auch der KI-Forscher Yann LeCun beteiligt. Die Raiffeisen-Analyse vom September zeigt allerdings, dass bei Runden über 100 Millionen Dollar nur 12 Prozent des Kapitals aus der Schweiz stammen.

Ob die 50 Milliarden Yuan für AgiBot gerechtfertigt sind, entscheidet am Ende nicht die nächste Finanzierungsrunde, sondern die Börse in Hongkong, und die hat für ihr Urteil nun mindestens bis Ende Februar Zeit.

Die Zahlen hinter der Geschichte
Auslieferungen, Hersteller, Prognosen und Funding, laufend nachgeführt.
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.

Stand der Marktdaten: Oktober 2026. Nächste Aktualisierung: November 2026. Kurse kommen live, übrige Zahlen werden quartalsweise neu recherchiert. Quellen jeweils direkt bei den Kennzahlen. Keine Anlageberatung.