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Marktanalyse· 3 Min. Lesezeit

Industrieroboter: Fünf Millionen im Einsatz, und die USA ziehen erstmals an Japan vorbei

Industrieroboter: Fünf Millionen im Einsatz, und die USA ziehen erstmals an Japan vorbei (Symbolbild, mit KI erstellt)Symbolbild · KI-generiert

Erstmals arbeiten weltweit fünf Millionen Industrieroboter in den Fabriken. Das zeigt der Bericht World Robotics 2026, den der Branchenverband IFR am 24. September vorgelegt hat: 2025 kamen über 600'000 neue Anlagen dazu, elf Prozent mehr als im Vorjahr. China allein installierte 354'000 Stück und damit 59 Prozent des Weltmarkts, die USA zogen mit 38'500 Einheiten erstmals an Japan vorbei.

Europa dagegen schrumpft, die EU um elf Prozent und Deutschland um acht. Aufschlussreich ist auch der Blick auf das Segment, über das alle reden: Humanoide in voller Grösse zählt die IFR für 2025 gerade einmal rund 7'000, also etwa einen auf 85 neue Industrieroboter.

Japan ist der eigentliche Verlierer der neuen Statistik. Mit 36'219 Installationen fiel das Land um 19 Prozent zurück und verliert nach Jahrzehnten den zweiten Platz, obwohl Fanuc und Yaskawa weiterhin zu den grössten Roboterbauern der Welt gehören. Südkorea hielt sich mit rund 30'000 Einheiten fast auf Vorjahresniveau, Indien legte um 15 Prozent auf 10'500 zu und bleibt auf Rang sechs. Den stärksten Sprung unter den grösseren Märkten machte Brasilien mit einem Plus von 38 Prozent, allerdings auf tiefem Niveau von 4'300 Robotern.

In China verschiebt sich derweil das Kräfteverhältnis weniger stark, als man meinen könnte. Einheimische Hersteller lieferten 195'000 Roboter, 15 Prozent mehr als im Vorjahr, ihr Anteil am Heimmarkt sank aber von 57 auf 55 Prozent. Ausländische Anbieter haben im wichtigsten Markt der Welt also leicht Boden gutgemacht. Für Europas Roboterbauer ist das eine der wenigen guten Nachrichten im Bericht.

Denn zu Hause läuft es schlecht. In der EU wurden rund 60'500 Roboter installiert, Deutschland kommt mit 25'000 Stück allein auf 41 Prozent davon. Italien verlor elf Prozent, Frankreich acht, Spanien sogar 15. Die IFR nennt vor allem die Zurückhaltung der Autoindustrie, deren grosse Investitionsrunden erst 2027 und 2028 wieder anlaufen dürften. Für die Schweiz weist die Pressemitteilung keine eigenen Zahlen aus. Mit 294 Robotern pro 10'000 Beschäftigten lag sie in der letzten Dichte-Erhebung auf Rang zehn, und mit ABB und Stäubli stellt sie zwei grosse Lieferanten, die den Rückgang im deutschen Nachbarmarkt zu spüren bekommen dürften.

Für 2026 rechnet der Verband mit 655'000 Installationen, ein Plus von neun Prozent, und für 2029 mit 806'000. Gemessen daran wirken selbst die kühnsten Humanoid-Prognosen noch bescheiden. Goldman Sachs hat Mitte September die Erwartung für dieses Jahr auf 75'000 humanoide Roboter angehoben, das wäre gut ein Neuntel des klassischen Markts. IDC hat am 29. September für das erste Halbjahr knapp 25'000 ausgelieferte Humanoide gemeldet, davon 77,9 Prozent aus China.

Dass die IFR für das ganze Jahr 2025 auf nur 7'000 kommt, während Omdia rund 13'000 zählte, ist kein Widerspruch. Der Weltverband erfasst ausschliesslich Humanoide über 140 Zentimeter, die gewerblich eingesetzt werden, kleinere Modelle für Forschung, Bildung und Vorführungen fallen heraus. Gerade diese Einsätze dominieren aber: Laut IDC entfielen noch im ersten Halbjahr 2026 rund 69 Prozent der Auslieferungen auf Forschung, Bildung, Vorführungen und Datenzentren. Wer den Markt nüchtern betrachten will, hat damit zum ersten Mal eine Zahl von der Organisation, die seit Jahrzehnten die Industrierobotik zählt, und diese Zahl ist deutlich kleiner als die Schlagzeilen.

Das Plus in den USA kam noch vor den neuen Einschränkungen für Roboter aus China zustande, die erst seit diesem Sommer gelten. Ob sie den Vorsprung vor Japan festigen oder vor allem die Kosten für Fabrikbetreiber erhöhen, wird erst die nächste Ausgabe des Berichts zeigen.

Die Zahlen hinter der Geschichte
Auslieferungen, Hersteller, Prognosen und Funding, laufend nachgeführt.
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Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.

Stand der Marktdaten: Oktober 2026. Nächste Aktualisierung: November 2026. Kurse kommen live, übrige Zahlen werden quartalsweise neu recherchiert. Quellen jeweils direkt bei den Kennzahlen. Keine Anlageberatung.