Humanoide Roboter: Die Tagesmiete in China fällt auf 289 Yuan, Shanghai will sie in die Fabrik holen
Symbolbild · KI-generiertWer in China einen humanoiden Roboter von Unitree für einen Tag mieten will, findet auf der Gebrauchtwarenplattform Xianyu inzwischen Inserate ab 289 Yuan. Anfang 2025 kostete derselbe Tag noch einen fünfstelligen Yuan-Betrag, wie die Finanzzeitung STAR Market Daily am 9. Oktober vorgerechnet hat.
Der Preissturz ist mehr als eine Episode aus dem Eventgeschäft, denn er zeigt, dass Chinas Fabriken schneller Humanoide liefern, als die Wirtschaft ihnen Arbeit gibt. Ausgerechnet jetzt setzt Shanghai das Gegenprogramm und will bis 2028 rund 8'000 humanoide Roboter in die Werkhallen bringen, wo sie endlich produktiv sein sollen.
Der Abstieg verlief in Stufen, denn Anfang 2026 lag die übliche Tagesmiete noch bei 2'000 bis 3'000 Yuan, während sich inzwischen zahlreiche Angebote unter 1'000 Yuan finden. Der Onlinehändler JD.com verlangte im März noch 1'796 Yuan, allerdings inklusive Ingenieur. Was im Inserat für 289 Yuan enthalten ist, bleibt offen, und gerade Transport, Aufbau und ein Bediener werden oft separat verrechnet. Die Richtung ist trotzdem eindeutig, und Beobachter nennen als Grund das wachsende Angebot und den härteren Wettbewerb.
Dass das Angebot so rasch wächst, belegen auch die Zahlen der Analysehäuser. Laut Omdia wurden 2025 rund 13'000 Humanoide ausgeliefert, davon etwa 85 Prozent aus China, und IDC zählte allein im ersten Halbjahr 2026 knapp 25'000 Stück, wobei fast vier Fünftel aus chinesischer Produktion stammten. Nur rund zehn Prozent dieser Maschinen arbeiten nach Schätzung von Omdia tatsächlich in Fabriken oder Lagern, der grosse Rest dient Forschung, Datensammlung, Messen und Shows. Genau in diesem Showsegment wird gemietet, und dort trifft die Flut neuer Geräte auf eine Nachfrage, die mit dem Neuigkeitswert langsam verblasst.
Wie dünn die Rechnung für die Vermieter geworden ist, zeigen ihre eigenen Zahlen. Ein Betreiber kam nach Plattformdaten auf etwa zehn Buchungen pro Roboter und Monat zu durchschnittlich 2'500 Yuan, doch diese Werte stammen aus einer Zeit mit deutlich höheren Preisen. Die Mietplattform Qingtianzu bezeichnet ihr Aktionsangebot von 999 Yuan offen als Test der Nachfrage und nicht als Geschäft, das sich rechnet. Ein Unitree G1+ kostet im Kauf ab 95'000 Yuan, womit ein Gerät zum tiefsten Inseratspreis rechnerisch fast ein ganzes Jahr ohne Unterbruch vermietet sein müsste, bis es sich bezahlt gemacht hat.
Shanghai will die Maschinen deshalb aus dem Showgeschäft in die Fabrik holen. Zur Eröffnung der Industriemesse CIIF am 12. Oktober stellte die Stadt ein Programm vor, das neben den 8'000 Humanoiden auch Hunderte intelligente Fabriken vorsieht und die Dichte der Industrieroboter deutlich anheben soll. Lieferanten, Budget und Zählweise nennt der Plan allerdings nicht, weshalb es sich vorerst um ein Einsatzziel handelt und nicht um Bestellungen. Landesweit hatte Peking bereits verlangt, dass bis Ende 2026 über 10'000 Humanoide kommerziell arbeiten statt nur vorzuführen.
Auch die Hersteller suchen den Weg in die Industrie, allen voran UBTech, das am 8. Oktober mit FAW-Volkswagen vereinbarte, in dessen fünf chinesischen Werken Roboter für Logistik und Fertigung zu erproben. Vier Tage später gründete UBTech mit dem Handelskonzern C&D aus Xiamen ein Gemeinschaftsunternehmen, das bis 2030 mindestens 10'000 Humanoide verkaufen soll. Die eigene Fabrik in Liuzhou ist auf 10'000 Einheiten im Jahr ausgelegt, und auch diese Kapazität will ausgelastet sein.
Für Käufer in Europa ist das Gefälle bemerkenswert, denn AgiBot startete seine internationale Mietplattform im Frühjahr mit Preisen ab 899 Euro pro Tag, also bei einem Vielfachen des chinesischen Niveaus, wenn auch mit anderem Leistungsumfang. Wer in der Schweiz einen Humanoiden für eine Messe oder einen Pilotversuch braucht, zahlt damit weiterhin europäische Preise, während in China bereits die Überkapazität den Takt vorgibt.
Wo die Maschinen wirklich im Einsatz stehen, ist die Personalfrage noch ungelöst. Im Freizeitpark Chimelong auf Hengqin laufen über 300 Roboter von AgiBot, doch derzeit braucht es einen Menschen für etwa drei Maschinen, während der Hersteller zehn Roboter pro Betreuer anstrebt und zwanzig als ideal bezeichnet.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.