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Markt25. Oktober 2026

Faraday Future: Alle Roboter aus China, und die Firma schreibt es selbst in die Risikohinweise

Faraday Future gibt sein Robotergeschäft an die Nasdaq-Gesellschaft FFR ab, die bis Ende September AIxCrypto hiess, bewertet mit 200 Millionen Dollar. Verkauft wurden bisher 817 Geräte. In den eigenen Risikohinweisen steht, dass alle Roboter von chinesischen Auftragsfertigern stammen.

Faraday Future: Alle Roboter aus China, und die Firma schreibt es selbst in die RisikohinweiseSymbolbild · KI-generiert

Am Montag läutet in New York eine Firma die Nasdaq-Glocke, die bis vor vier Wochen AIxCrypto hiess. FF EAI Robotics Ecosystem übernimmt das gesamte Robotergeschäft von Faraday Future, bewertet mit rund 200 Millionen Dollar, unterschrieben am 12. Oktober und abzuschliessen bis Ende Monat. Die Sparte hat bis Ende September 817 Geräte verkauft und damit etwa 1,52 Millionen Dollar umgesetzt.

Brisant wird die Sache durch einen Satz, den Faraday Future selbst geschrieben hat. In den Risikohinweisen einer Mitteilung vom 26. August steht, der Konzern verlasse sich bei allen seinen Roboterprodukten auf chinesische Auftragsfertiger, und als eigenes Risiko nennt er die Möglichkeit, dass die Regierung die Einfuhr chinesischer Roboter verbiete. Dieses Verbot gilt seit dem 28. Juli.

Wer die beiden Firmen auseinanderhalten will, braucht einen Moment. Faraday Future ist der kalifornische Elektroautobauer, der seit Januar unter eigenem Namen Roboter verkauft und an der Nasdaq unter FFAI notiert. Der Käufer FF EAI Robotics Ecosystem handelt seit dem 30. September unter FFR, zuvor hiess er AIxCrypto Holdings und wickelt seine Kryptobestände gerade ab. Nach dem Abschluss hält Faraday Future rund 65,7 Prozent an diesem Käufer, bleibt also beherrschender Aktionär. Verkauft wird die Sparte damit weniger an einen Dritten als in eine andere Börsenhülle, die dem Verkäufer zu zwei Dritteln gehört.

Die Zahlen, die dieser Hülle mitgegeben werden, stehen in einem bemerkenswerten Verhältnis zueinander. Für das laufende Jahr erwartet das Management rund sieben Millionen Dollar Umsatz, und bis 2030 summiert sich die Prognose auf gut 1,98 Milliarden bei mehr als 130'000 ausgelieferten Geräten. Dem stehen die erwähnten 817 verkauften Einheiten gegenüber. Die Mitteilung weist ausdrücklich darauf hin, dass diese Projektionen vom Management von Faraday Future stammen und vom Käufer nicht als eigene Prognose übernommen wurden.

Die Lage des Verkäufers erklärt einen Teil der Eile. Zum 30. Juni wies Faraday Future noch 11,2 Millionen Dollar an flüssigen Mitteln aus, ein halbes Jahr zuvor waren es 34,9 Millionen gewesen, und der Verlust des ersten Halbjahrs belief sich auf gut 81 Millionen. Im Quartalsbericht steht der Satz, es bestünden erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens, den Betrieb fortzuführen. Eine eigenständig notierte Robotiksparte eröffnet einen zweiten Weg zu frischem Kapital, und genau so wird der Schritt auch begründet.

Was die Geräte angeht, hält sich Faraday Future bedeckt. In den Unterlagen ist von chinesischen Auftragsfertigern die Rede und davon, dass ein einziger Fertiger die meisten Produkte liefere, Namen nennt die Firma keine. Der Branchendienst Humanoids Daily hat im September aus technischen Daten geschlossen, dass hinter dem Modell Master Mini für 9990 Dollar die Plattform K1 des chinesischen Herstellers Booster steckt. Als Beleg führt er an, dass die Produktseite dessen Entwicklungswerkzeuge und Steuerung nennt und auch Masse und Gelenkzahl übereinstimmen.

Beim grösseren Futurist vermutet derselbe Dienst ein Gerät von AgiBot, bei identischer Körperhöhe und gleicher Akkukapazität. Bestätigt hat diese Zuordnung keine der beteiligten Firmen, und ein solcher Fertigungsvertrag wäre auch völlig legal.

Entscheidend ist ohnehin nicht, wer baut, sondern wo. Faraday Future hat dafür ein Programm aufgelegt, das Built in USA heisst, und dessen zweite Stufe trägt den Namen Assembled in USA. Montiert werden soll ab Februar 2027, von einer Fertigung in den USA spricht die Firma erst für das vierte Quartal 2028. Genau an dieser Unterscheidung hängt alles, denn als heimisches Produkt gilt nach amerikanischem Beschaffungsrecht erst, wer mehr als 65 Prozent der Bauteilkosten im Land hält. Montage allein genügt nicht, wie der Fall Intel diese Woche gezeigt hat.

Für einen Schweizer Käufer ist das weniger eine Frage der Geopolitik als eine der Ersatzteile. Wer ein Gerät mit amerikanischem Markennamen bestellt, bekommt möglicherweise Hardware aus Hangzhou oder Shanghai, mit deren Software, deren Updatezyklus und deren Ersatzteilversorgung. Das ist kein Mangel, solange man es weiss, denn unter eigenem Namen verkaufte Fremdgeräte sind in der Industrie seit Jahrzehnten üblich. Problematisch wird es erst, wenn die Herkunft im Verkaufsgespräch untergeht und später niemand sagen kann, wer eine Reparatur verantwortet.

Am Montag wird in New York trotzdem gefeiert, mit Zeremonie und Investorentag am Nasdaq MarketSite. Die Firma nennt sich dann der erste börsenkotierte reine Anbieter humanoider Roboter Amerikas. Dass ihre Maschinen aus dem Land kommen, dessen Roboter Washington im Juli ausgesperrt hat, steht in denselben Unterlagen, die zu diesem Anlass veröffentlicht wurden.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.