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Markt24. Oktober 2026

US-Roboterverbot: Intel holt sich eine Ausnahme für Fahrzeuge, die vielleicht keine Roboter sind

Intel darf die fahrerlosen Transportfahrzeuge in seinen US-Chipfabriken ein weiteres Jahr warten und umbauen. Die FCC bewilligte das Gesuch am 22. Oktober, sechs Tage nach Eingang. Das Roboterverbot vom 28. Juli trifft damit als Erstes nicht einen chinesischen Hersteller, sondern den amerikanischen Chipkonzern selbst.

US-Roboterverbot: Intel holt sich eine Ausnahme für Fahrzeuge, die vielleicht keine Roboter sindSymbolbild · KI-generiert

Am 16. Oktober reichte Intel bei der amerikanischen Telekomaufsicht FCC ein Gesuch ein, am 22. Oktober war es bewilligt. Der Chipkonzern darf die fahrerlosen Transportfahrzeuge in seinen US-Halbleiterwerken ein weiteres Jahr warten und umbauen. Nötig wurde das, weil Washington am 28. Juli ausländisch produzierte Roboter auf seine Verbotsliste setzte, und weil Intel nicht sicher war, ob die eigenen Wafertransporter darunter fallen.

So trifft das Roboterverbot als Erstes keinen chinesischen Hersteller, sondern den amerikanischen Konzern, dessen Fabriken es schützen soll. Ein Austausch der Flotte würde nach Intels Darstellung Jahre dauern, geprüftes amerikanisches Ersatzmaterial gibt es nicht, und ein Stillstand hätte eine unmittelbar negative Wirkung auf die Fertigung.

Ein Wafer ist die runde Siliziumscheibe, aus der am Ende die Chips geschnitten werden, und er durchläuft in der Fabrik mehrere hundert Prozessschritte an unterschiedlichen Maschinen. Zwischen diesen Stationen muss er staubfrei und ohne Erschütterung bewegt werden, weshalb die Scheiben in versiegelten Behältern stecken, die an Deckenschienen oder auf dem Boden durch den Reinraum wandern. Stehen diese Fahrzeuge still, steht die Fertigung.

Die Definition, an der alles hängt, stammt aus einer nationalen Sicherheitsbestimmung des Weissen Hauses und ist denkbar weit gefasst. Als fortgeschrittenes Robotergerät gilt jede mobile Maschine, die sich am Boden bewegt, auf Distanz zu einem Bedienenden arbeitet und zusammen mit ihrer Ladestation mehr als 4,4 Pfund wiegt. Dazu muss sie drei Bauteile vereinen, nämlich einen Sensor für die Umgebung, eine Netzverbindung von mindestens 200 Kilobit pro Sekunde und eine Software für Navigation, Datensammlung oder Fernsteuerung. Zwei Kilogramm und ein WLAN-Modul genügen also, weshalb neben Humanoiden auch Lagerfahrzeuge, Saugroboter und Mähroboter in die Kategorie rutschen. Gemeint waren im Juli allerdings die chinesischen Hersteller.

Intels Fahrzeuge bewegen sich auf Schienen oder festgelegten Pfaden und brauchen oft die Aufsicht eines Menschen, was genau die Grauzone ergibt, in die der Konzern hineingeriet. Vorsorglich habe man das Gesuch gestellt, heisst es in der Eingabe, die Bloomberg zuerst beschrieben hat. Darin steht auch der Satz, der die Logik des Verbots gegen dieses selbst wendet: Die routinemässige Wartung, mit der Intel die Lebensdauer der Arbeitstiere verlängern wolle, bringe keine Cybersicherheitsrisiken mit sich, und gerade solche Risiken seien der Hauptgrund der Beschränkungen. Welche Modelle gemeint sind, steht in einem vertraulichen Anhang, den ausserhalb der Behörde niemand liest.

Dass es überhaupt eine Einzelbewilligung brauchte, liegt an einer Besonderheit der US-Gerätezulassung. Wer Hardware, Firmware oder Software eines zugelassenen Produkts ändert, braucht dafür eine neue oder angepasste Freigabe, und Geräte auf der Verbotsliste bekommen diese nicht mehr. Für reine Software-Updates an Maschinen, die vor dem 28. Juli zugelassen waren, hatte die FCC bereits im Sommer eine allgemeine Ausnahme bis mindestens Anfang 2029 erlassen. Intel wollte mehr, nämlich auch Eingriffe an der Hardware, und erhielt sie befristet auf ein Jahr. Ein Mitarbeiter der Behörde präzisierte, es gehe um kleinere Änderungen an bestehenden Modellen.

Pikant ist die Herkunftsfrage. Die grossen Lieferanten solcher Fabrikfahrzeuge sitzen nicht in China, sondern in Japan, wo Murata Machinery und Daifuku den Markt für Wafertransport unter sich aufteilen. Das Verbot nennt kein Land, sondern knüpft an den Produktionsort an, womit es Maschinen aus verbündeten Staaten gleich behandelt wie chinesische. Entscheidend ist ein Rechenwert aus dem Beschaffungsrecht: Nur wer in den USA fertigt und dabei mehr als 65 Prozent der Bauteilkosten im Land hält, gilt als heimisches Produkt, ab 2029 steigt die Schwelle auf 75 Prozent. Bloomberg erwartet, dass TSMC, Micron und Samsung ähnliche Gesuche stellen müssen.

Für europäische Hersteller ist das keine ferne Verwaltungsfrage, sondern eine Exporthürde. Den einzigen dauerhaften Weg an der Verbotsliste vorbei eröffnet eine bedingte Zulassung, die nicht die FCC erteilt, sondern das amerikanische Kriegsministerium. Wer sie will, legt Eigentümer, Investoren und Lieferkette offen und liefert einen terminierten Plan für eine eigene Fertigung in den USA, und die Frist dafür läuft bis Anfang 2028. Als Erster hat es Husqvarna geschafft, der schwedische Konzern bekam die Freigabe für vier Modelle seiner Mähroboter, ebenso ANSCER Robotics aus Indien für drei Lagerfahrzeuge.

Ein Schweizer Anbieter steht damit formal auf derselben Seite der Linie wie ein chinesischer. Ein Inspektionsroboter aus Zürich, der mit Kameras und Lidar durch eine Anlage läuft und seine Daten in eine Cloud schickt, erfüllt jedes Element der Definition, und gebaut wird er nicht in Texas. Wer in die USA liefern will, muss also entweder die Bauteilrechnung erfüllen oder sich einem Verfahren in Washington stellen, das Einblicke verlangt, die ein Mittelständler selten gern gewährt.

Die Bewilligung für Intel läuft Ende Oktober 2027 aus. Was danach gilt, hängt davon ab, ob bis dahin amerikanische Fabrikfahrzeuge existieren, die den Vergleich bestehen, und daran zweifelt derzeit nicht einmal die Behörde. Bis dahin bleibt ein Verbot in Kraft, dessen Reichweite so unklar ist, dass der grösste Chiphersteller des Landes um eine Erlaubnis bitten musste, ohne zu wissen, ob er sie braucht.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.