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Branche28. Oktober 2026

Unitree H2-X: Ein Bein löst sich beim Salto, und Zuschauer sollen drei Meter Abstand halten

Unitree kündigte den H2-X am 21. Oktober als Leibwächter an, einen Tag später löste sich beim Salto in Hangzhou ein Unterschenkel am Gelenk. Verletzt wurde niemand. Zum Vorfall schweigt der Hersteller, bittet aber darum, zwei bis drei Meter Abstand zu halten.

Unitree H2-X: Ein Bein löst sich beim Salto, und Zuschauer sollen drei Meter Abstand haltenSymbolbild · KI-generiert

Am 21. Oktober kündigte Unitree den H2-X auf X als «Kung Fu Legend: Guardian» an, als Leibwächter, der Angreifer abwehrt und Autos anhebt. Einen Tag später, am 22. Oktober, setzte der 1,8 Meter grosse Humanoide an der World Physical AI Conference in Hangzhou zu einem Seitwärtssalto an, verlor bei der Landung das Gleichgewicht und kippte zur Seite, worauf sich ein Unterschenkel am Gelenk löste.

Verletzt wurde niemand, und ein Prototyp darf scheitern. Brisant ist der Satz aus derselben Ankündigung: Man möge den Roboter sicher und freundlich benutzen und zwei bis drei Meter Abstand halten. Ein Beschützer, von dem man sich fernhalten soll, ist ein Widerspruch, den nur eine Demo trägt. Zum Vorfall selbst hat sich das Unternehmen bis heute nicht geäussert.

Ein Datenblatt gibt es ebenfalls nicht. Unitree nennt für den H2-X eine maximale Standzeit von rund acht Stunden und darüber hinaus praktisch nichts, kein Gewicht, keine Freiheitsgrade, keine Drehmomente, keinen Verkaufsstart und keinen Preis. Der reguläre H2 steht dagegen mit 1,82 Metern, rund siebzig Kilogramm und einunddreissig Gelenken in der Liste, kostet 29'900 Dollar ohne Steuer und Versand und hält etwa drei Stunden durch. Ob der H2-X dieselben Aktuatoren nutzt, bestätigt der Hersteller nicht, und die acht Stunden lassen sich mit den drei Stunden ohnehin nicht vergleichen, weil die eine Zahl ein Stehen beschreibt und die andere einen Betrieb.

In den Werbevideos tritt der Roboter Dellen in eine Autotür, hebt mit blossen Händen die Fahrzeugfront an und springt von einer vier Meter hohen Plattform in einen Rückwärtssalto. Wer genauer hinsieht, erkennt Requisiten, denn die Fahrzeugfront wird über einer eingeklemmten Puppe gehoben, und beim Angreifer sind sich die Berichte nicht einmal einig, ob er einen Stock oder ein Messer in der Hand hielt. Ob die Szenen autonom entstanden, ferngesteuert oder schlicht abgespielt wurden, sagt Unitree nicht, und Erfolgsquoten oder eine Prüfung durch Dritte liegen ebenfalls nicht vor.

Auf Weibo verlief die Debatte erstaunlich fachlich. Ein Teil der Nutzer hielt Aussetzer für den normalen Preis des Fortschritts, während andere genau hinschrieben, woran es fehlt, nämlich an der strukturellen Steifigkeit, an den Bewegungsalgorithmen, an Materialfestigkeit und an Redundanz. Ein Technikblogger nannte die Vorführung ein abgespieltes Programm und fasste zusammen, die Hardware sei bereit und die Software müsse nachziehen. Nach einem abgerissenen Unterschenkel klingt dieser Satz allerdings zu freundlich.

Die Börse hat den Sturz anders bewertet. Am 23. Oktober, einen Tag nach dem Sturz, legte die Unitree-Aktie zwanzig Prozent zu und schloss bei 624 Yuan, was dem Unternehmen eine Marktkapitalisierung von rund 252 Milliarden Yuan einbrachte. Gründer Wang Xingxing hatte an derselben Konferenz in Hangzhou gesagt, die verkörperte Intelligenz könne bereits im nächsten Jahr ihren ChatGPT-Moment erleben. Zwischen dieser Prognose und dem Bauteil auf der Matte lagen keine zwei Stunden Veranstaltungsprogramm.

Rechtlich wird es dort interessant, wo aus dem Trailer ein Produkt werden soll. In den USA setzte die Fernmeldebehörde FCC Ende Juli ausländisch gefertigte Humanoide auf ihre Verbotsliste, und ob der H2-X als neues Modell gilt, hat bisher niemand geklärt. In Europa greift ab dem 20. Januar 2027 die neue Maschinenverordnung, und wer eine Sicherheitsfunktion von einem KI-Modell steuern lässt, kommt damit nicht mehr mit einer Selbsterklärung durch, sondern braucht eine benannte Stelle. Belgien verlangt für Personenschutz ohnehin eine Lizenz des Innenministers, und in der Schweiz ist das private Sicherheitsgewerbe kantonal geregelt und in aller Regel bewilligungspflichtig.

Für einen Schweizer Käufer bleibt die Lage trotzdem offen, und das ist der unangenehme Teil. Ein H2 lässt sich heute bestellen, die Preise stehen im Verzeichnis von robothub24.ch, und wer ein solches Gerät selbst importiert, bringt es im rechtlichen Sinn in Verkehr und haftet für seine Konformität. Bei einer Maschine mit Gelenkmomenten von 360 Newtonmetern in den Beinen ist das keine Formalie, sondern die Frage, wer zahlt, wenn in einer Lagerhalle bei Zürich etwas anderes als ein Unterschenkel zu Bruch geht.

Das Video vom Sturz stammt übrigens nicht von Unitree, sondern von Zuschauern, die es auf Douyin gestellt haben. Auf den offiziellen Kanälen hebt der H2-X weiterhin ein Auto an.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.