Auf der Karriereseite von OpenAI stehen 17 offene Robotikstellen, und keine einzige sucht einen KI-Forscher. Gesucht werden Motorenbauer, Aktuatorentechniker und Einkäufer. Sam Altman sagt, das Gehirn zähle mehr als der Körper, eingestellt wird genau umgekehrt.
Symbolbild · KI-generiert17 offene Stellen, keine einzige für künstliche Intelligenz. Wer auf der Karriereseite von OpenAI nach Robotik filtert, bekommt am 20. Oktober genau diese Liste: Motorenkonstruktion, Leiterplatten-Layout, ein Prüfstand für Aktuatoren, Beschaffung, Arbeitssicherheit. Alle 17 sitzen in San Francisco, alle betreffen Hardware.
Das passt schlecht zu dem, was Sam Altman selbst erzählt, denn im Podcast Sources bestätigte er Anfang September, OpenAI werde ganz sicher einen Humanoiden bauen, und die Menschenform sei naheliegend, weil die Welt für Menschen gemacht ist. Gleich darauf schob er nach, all das sei weniger wichtig, als das Gehirn hinzukriegen, das den Roboter zum Laufen bringt. Eingestellt wird gerade aber nicht das Gehirn, sondern die Werkstatt für den Körper.
Wer die Stellentitel liest, erkennt genau diese Werkstatt. Gesucht werden ein Mechanical Design Engineer für Motorenentwicklung und Prototypenbau, ein Manufacturing Engineer für Motoren und Aktuatoren, ein Techniker für Aktuatoren, ein PCB-Layout-Spezialist und ein Ingenieur, der die Prüfinfrastruktur samt Dynamometern aufbaut. Dazu kommen ein Technical Commodity Manager und ein Procurement Coordinator, also zwei Leute, deren Beruf darin besteht, Bauteile in Mengen einzukaufen. Gesucht wird ausserdem ein Senior Manager für Arbeits- und Gesundheitsschutz, wie ihn eine Firma braucht, in deren Räumen Maschinen stehen und nicht nur Server.
Engadget hatte die Sammlung am 17. Oktober entdeckt und zählte damals 27 Ausschreibungen, von denen einige inzwischen offenbar besetzt oder zurückgezogen sind. Inhaltlich beschreibt der Bericht dasselbe Bild, nämlich eigene elektromechanische Aktuatoren mit Motoren, Getrieben, Sensorik und Thermomanagement, dazu Fertigung und eine Lieferkette, die irgendwann Hardware in Serie ausspucken soll. Von einem fertigen Roboter, einem Preis, einem Abomodell oder einem Liefertermin steht in all dem nichts.
Die Vorgeschichte erklärt, warum das überrascht. OpenAI hatte seine Robotikarbeit um 2020 eingestellt und sich danach bei anderen eingekauft, etwa 2023 mit der Führung einer Finanzierungsrunde von 23,5 Millionen Dollar beim norwegischen Hersteller 1X, dessen Heimroboter Neo inzwischen auf dem Markt ist. Mit Figure AI lief eine Entwicklungspartnerschaft, bis Figure sie im Februar 2025 beendete, weil Sprachmodelle laut Firmenchef Brett Adcock zwar klüger, aber austauschbarer würden, weshalb Figure mit Helix sein eigenes Modell baute und aus beiden ehemaligen Partnern Wettbewerber geworden sind.
Seit Mai 2026 gibt es die Robotikabteilung wieder, laut Tech Times aus einem internen Projekt namens Worldsim entstanden und von Altman per Kurznachricht angekündigt. Geführt wird sie von Aditya Ramesh, dem Forschungsvizepräsidenten, der zuvor Dall-E erfunden und Sora geleitet hat. Für die Hardware war Caitlin Kalinowski zuständig, die OpenAI Ende 2024 von Meta geholt hatte und die im März 2026 ging, weil sie mit dem Einsatz der Technik beim Pentagon nicht einverstanden war.
Für die Schweiz ist das mehr als eine Personalie, denn das Teil, das OpenAI nun selbst entwickeln will, verkauft ein Obwaldner Unternehmen längst fertig. maxon in Sachseln zeigte an der Automate 2026 ein integriertes Gelenk für Humanoide, in dem ein bürstenloser Gleichstrommotor, ein rückdrehbares zweistufiges Planetengetriebe, zwei Encoder und die Regelelektronik in einem Gehäuse sitzen, angeschlossen werden muss nur Strom und EtherCAT. Zwei Baugrössen gibt es, die grössere für Knie, Hüfte und Schulter, die kleinere für Ellbogen, Handgelenk und Knöchel.
"Der Sinn dieser Roboterantriebe ist, es den Robotikern leicht zu machen, sich um den Roboter selbst zu kümmern", sagte Biren Patel von maxon dazu. Die 1961 gegründete Firma beschäftigte 2021 rund 3200 Menschen und setzte 626,5 Millionen Franken um, und ihre Antriebe stecken sowohl in Operationsrobotern als auch in über hundert Exemplaren auf dem Mars. An der SPS in Nürnberg fuhr 2024 ein zwei Meter grosser Humanoid namens Hope über den Stand, in jedem Arm vier maxon-Motoren.
Genau an dieser Stelle wird die Personalsuche interessant, weil Aktuatoren nach Branchenschätzungen zwischen 40 und 60 Prozent der Materialkosten eines Humanoiden ausmachen und wer sie zukauft, diese Spanne verschenkt. Tesla, Figure und die chinesischen Hersteller bauen ihre Antriebe deshalb selbst, Agility hat sich für die Akkus des Digit 5 exklusiv an einen einzigen Lieferanten gebunden. OpenAI scheint dieselbe Rechnung angestellt zu haben, nur eben in San Francisco und ohne jede Fertigungserfahrung.
Ob das aufgeht, hängt an etwas, das sich nicht ausschreiben lässt. Ein Motorenprogramm von null auf Serienreife dauert in der Industrie zwei bis vier Jahre, während Altman für 2027 eine Demo verspricht und im gleichen Atemzug einräumt, Roboter auf der Strasse werde es noch ein paar Jahre länger nicht geben. Eine Demo ist allerdings kein Lieferversprechen, und einen Fertigungspartner hat die Firma bis heute nicht genannt.
Was von der Hardwareoffensive sichtbar bleibt, ist vorerst eine Lücke. Die Frau, die den Aufbau verantwortete, ist seit sieben Monaten weg, und wer ihre Rolle übernommen hat, sagt OpenAI nicht. In der Stellenliste steht dafür ein Techniker für das Prototypenlabor.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.