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Markt16. Oktober 2026

Humanoider Roboter für 2490 Dollar: Faraday Futures Preisbrecher ist knapp 50 Zentimeter hoch

Faraday Future verkauft den FF Nova für 2490 Dollar als günstigsten Humanoiden der USA. Der Roboter ist allerdings nur 49,7 Zentimeter hoch und läuft zehn Zentimeter pro Sekunde. Zu haben ist er vorerst nur auf Einladung, in hundert Stück.

Humanoider Roboter für 2490 Dollar: Faraday Futures Preisbrecher ist knapp 50 Zentimeter hochSymbolbild · KI-generiert

Am 15. Oktober haben Faraday Future und die börsennotierte FF EAI Robotics einen zweibeinigen Roboter für 2490 Dollar vorgestellt und ihn zum günstigsten Humanoiden der USA erklärt. Der FF Nova ist 49,7 Zentimeter hoch und läuft zehn Zentimeter pro Sekunde. Kaufen kann ihn vorerst ohnehin fast niemand, denn die erste Phase umfasst hundert Geräte auf Einladung.

Der Rekord entsteht damit vor allem durch die Kategorie. Ein Unitree R1 kostet rund 4900 Dollar, misst dafür 1,2 Meter, und in der eigenen Vergleichstabelle stellt Faraday Future den Nova zwischen ein Spielzeug und einen ausgewachsenen Humanoiden. Die Rechnung geht auf, solange die Grösse nicht mitgerechnet wird, und genau deshalb lohnt sich der Blick auf das Gerät.

Für seine Klasse ist die Sensorik ungewöhnlich vollständig. Oben auf dem Kopf sitzt ein zweidimensionaler Lidar, dazu kommen eine Weitwinkelkamera mit rund vier Megapixeln, ein Tiefensensor und ein Ring aus drei Mikrofonen, der erkennt, aus welcher Richtung gesprochen wird. Das Gesicht ist ein zwei Zoll kleines Display mit beleuchteten Ohrpartien, und weil der Roboter Stimmen wiedererkennt, lässt er sich als Körper für einen Cloud-Agenten verwenden.

Bewegen kann sich der 2,8 Kilogramm leichte Roboter auf zwei Arten, zu Fuss oder auf einer abnehmbaren Rollbasis, die ihn achtmal schneller macht. Hindernisse nimmt er bis zwei Zentimeter Höhe, was in einer Wohnung bereits an der ersten Türschwelle endet. Die zwanzig Freiheitsgrade verteilen sich auf Kopf, Arme und Beine, Hände oder Greifer erwähnt der Hersteller in keiner einzigen Angabe.

Was die 2490 Dollar nicht enthalten, steht weiter unten in der Mitteilung: Das Entwicklerpaket mit den Fähigkeiten kostet 390 Dollar zusätzlich, und wer überhaupt bestellen darf, muss sich innerhalb eines siebentägigen Fensters auf developer.ff.com bewerben und die Zusage abwarten. Die Pipeline von der Simulation auf die echte Maschine, mit der Entwickler Belohnungsfunktionen justieren und trainierte Strategien auf der Hardware prüfen sollen, läuft auf Nvidias Isaac-Plattform. Angekündigt ist sie, ausgeliefert nicht, denn in der Mitteilung steht, der Roboter werde sie anbinden, und auch der Marktplatz für Fähigkeiten erscheint dort im Futur.

Das zweite Gerät vom selben Abend verrät das Geschäftsmodell deutlicher. Der FF Nova Mini ist 34,9 Zentimeter hoch, wiegt unter einem Kilogramm, läuft auf zwei Beinen, steht selbst auf und macht eine Rolle vorwärts. Er kostet 299 Dollar und ist ab sofort zu haben, programmiert wird er mit Blöcken oder durch Vormachen. Verkauft wird er zusammen mit einem Kurs für 499 Dollar, sechzehn Lektionen in Kleingruppen über acht Wochen, gedacht für Kinder ab acht Jahren und für Klassenzimmer. Der Unterricht kostet damit mehr als der Roboter.

Hinter dem Angebot steht eine Konstruktion, die man zweimal lesen muss. Am 12. Oktober unterzeichneten die beiden Firmen die Verträge, mit denen FF EAI Robotics das Robotikgeschäft von Faraday Future vollständig in Aktien bezahlt, bewertet mit rund 200 Millionen Dollar, während der Käufer selbst mit etwa 60 Millionen angesetzt wird. Dieser Käufer hiess bis Ende September AIxCrypto Holdings, und in denselben Unterlagen steht der Hinweis auf erhebliche Zweifel an der Fähigkeit, den Betrieb fortzuführen.

Faraday Future ist dabei kein unbekannter Name, sondern ein Lehrstück. Die Firma wurde 2014 gegründet, hat ihr Elektroauto FF 91 nach Jahren Verspätung in homöopathischer Zahl ausgeliefert und meldete für das erste Halbjahr 2026 einen Rekordumsatz von 1,35 Millionen Dollar, getragen inzwischen vor allem von der Robotik. Wer Hardware zu diesem Preis verkauft, braucht Stückzahlen, und die entstehen nicht in Kalifornien. In den Risikohinweisen räumt das Unternehmen ein, dass es für praktisch alle Robotikprodukte von chinesischen Auftragsfertigern abhängt und dass ein amerikanisches Importverbot für chinesische Robotik das Geschäft treffen könnte.

Für einen Schweizer Interessenten heisst das zunächst zuschauen, denn die Bewerbung setzt eine Zustelladresse in den USA voraus und einen Vertriebsweg nach Europa gibt es nicht. Nötig ist der Umweg aber gar nicht. Der Schweizer Anbieter HIT Robotics führt den Noetix Bumi ab 3892 Franken, 98 Zentimeter hoch und mit 21 Achsen, geliefert und in Betrieb genommen. Wer hier einen Humanoiden ins Schulzimmer stellen will, zahlt also mehr als in Kalifornien und bekommt dafür einen Roboter, der doppelt so hoch ist, plus jemanden, der ihn aufstellt und im Störfall vorbeikommt.

Genau an dieser Stelle entscheidet sich, was der amerikanische Preis wert ist. Bei Faraday Future gehört der Kurs zum Gerät, die Lektionen bauen ein Portfolio auf, und am Ende soll ein Marktplatz stehen, auf dem Entwickler ihre Fähigkeiten verkaufen können. Verdient wird nicht an der Maschine, sondern an allem, was danach kommt, und genau dieser Teil steht in der Mitteilung im Konditional: potenziell, in der Zukunft.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.