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Branche7. Oktober 2026

Boston Dynamics holt den Alexa-Macher: Rohit Prasad führt den Roboterpionier

Rohit Prasad führt Boston Dynamics seit dem 7. Oktober, erstmals lenkt kein Roboteringenieur den Pionier. Zwölf Jahre war er bei Amazon für Alexa zuständig. Ab 2028 sollen bis zu 30'000 Humanoide pro Jahr vom Band laufen, heute sind es vier pro Monat.

Boston Dynamics holt den Alexa-Macher: Rohit Prasad führt den RoboterpionierSymbolbild · KI-generiert

Seit Mittwoch hat Boston Dynamics wieder einen Chef, und er kommt nicht aus der Robotik. Rohit Prasad übernimmt per 7. Oktober, zwölf Jahre war er bei Amazon, zuletzt Chefwissenschaftler für Alexa und künstliche allgemeine Intelligenz. Der Posten stand seit dem 10. Februar leer, acht Monate führte die Finanzchefin interimistisch.

Erstmals seit der Gründung 1992 lenkt kein Roboteringenieur die Firma. Gründer Marc Raibert kam aus der MIT-Forschung, Vorgänger Robert Playter war dreissig Jahre im Haus. Hyundai begründet die Wahl damit, Prasad könne Durchbrüche in Physical AI in kommerziellen Erfolg verwandeln. Das muss er auch: ab 2028 sollen bis zu 30'000 Humanoide pro Jahr vom Band laufen. Amazon hat Prasads Nova-Modelle im Juli in den Wartungsmodus geschoben.

Der Wechsel ist ein Eingeständnis, und zwar ein grosses. Boston Dynamics hat das Gehen gelöst, bevor es irgendjemand sonst konnte, zwei Jahrzehnte Vorsprung in Mechanik, Regelung und Gleichgewicht. Genau dieser Vorsprung zählt gerade am wenigsten. Was fehlt, ist das Modell, das eine unbekannte Situation richtig einschätzt, und deshalb holt Hyundai keinen Gelenkbauer mehr, sondern einen Mann, der Modelle für hunderte Millionen Geräte betrieben hat.

Dass es pressiert, zeigt die Fertigung. Ehemalige Mitarbeiter sagten Semafor im Mai, Boston Dynamics baue vier Atlas pro Monat, und mit Playter hätten auch der operative Chef und der Strategiechef gehen müssen, der Verwaltungsrat sei über die Verzögerungen verärgert. Im Metaplant in Savannah soll 2028 eine Kapazität von 30'000 Humanoiden jährlich anlaufen, 25'000 für die Werke von Hyundai und Kia, 5000 für den Verkauf. Von vier Stück im Monat auf gut 2500 sind es zwei Jahre.

Ausgerechnet bei den Modellen ist Prasads Bilanz zweischneidig. Alexa läuft in hunderten Millionen Haushalten, gleichzeitig verlor Amazons Gerätesparte nach Recherchen des Wall Street Journal zwischen 2017 und 2021 über 25 Milliarden Dollar. Im Juli stellte Amazon die meisten Nova-Modelle für Text, Bild und Video auf Wartungsbetrieb um, weil sie die Erwartungen nicht erfüllt hatten, und schloss das AGI-Forschungsbüro in San Francisco. Boston Dynamics holt also den Mann, dessen Modellfamilie der frühere Arbeitgeber gerade eingemottet hat, und holt ihn genau für die Modellfrage. Andersherum gelesen: Wer Alexa in hunderte Millionen Geräte bringt, kennt den Unterschied zwischen einer Demo und einem Produkt, das jeden Morgen funktioniert. Daran scheitert die Humanoid-Branche bisher.

Für Schweizer Betriebe ändert das kurzfristig nichts, mittelfristig schon. Wer 2028 einen Atlas will, konkurriert mit Hyundai und Kia um jene 5000 Stück, die überhaupt in den Verkauf gehen. Beim laufenden Geschäft mit Vierbeinern sitzt der härteste Wettbewerber ohnehin in Zürich. ANYbotics, aus der ETH heraus gegründet, hat im September 2025 rund 150 Millionen Dollar aufgenommen und schickt seinen ANYmal in dieselben Anlagen, in die Boston Dynamics den Spot schickt. Geführt wird die Firma von Leuten, die den Roboter selber entworfen haben.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.