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Branche6. Oktober 2026

Humanoide Roboter aus Japan: Panasonic will ab 2029 bauen, Kawasaki ab 2030

Panasonic will ab 2029 humanoide Roboter bauen, Kawasaki bringt seinen Kaleido um 2030 in den Einsatz. Beide Termine liegen hinter den Plänen der Branche. Als Vorteil nennt Panasonic nicht Geschick oder Intelligenz, sondern Akkus, die bisher nicht gebrannt haben.

Humanoide Roboter aus Japan: Panasonic will ab 2029 bauen, Kawasaki ab 2030Symbolbild · KI-generiert

Panasonic will ab 2029 humanoide Roboter bauen. Das sagte Chief AI Officer Akira Sakakibara am 5. Oktober der Nikkei Asia und räumte gleich ein, dass es noch nichts zu zeigen gebe. Am selben Tag wurde bekannt, dass Kawasaki seinen Humanoiden Kaleido um 2030 in den Einsatz bringt, zuerst ferngesteuert mit KI-Unterstützung, für Patrouillen und Teiletransport. Montage kommt später, echte Autonomie in unstrukturierter Umgebung erst um 2040.

Damit nennt Japans Industrie erstmals Jahreszahlen, und die liegen weit hinter dem, womit die Branche plant. Brisant ist, womit Panasonic sich abgrenzen will: nicht mit Geschick, nicht mit Intelligenz, sondern damit, dass die Akkus der Tochter Panasonic Energy bisher in keinen schweren Brandfall verwickelt waren.

Kaleido ist kein neues Projekt. Kawasaki Heavy Industries entwickelt den Zweibeiner seit 2015, die aktuelle Version Kaleido 9 hebt 18 Kilo. Neu ist der Unterbau. Der Roboter soll als erster Abnehmer auf der Plattform von Noetra laufen, dem japanischen Konsortium für physische KI. Noetra wurde im Juli gegründet, zählt 44 Mitglieder, darunter Sony, SoftBank, NEC und Honda, und erhält vom Wirtschaftsministerium im ersten Jahr 387,3 Milliarden Yen, rund 2,3 Milliarden Dollar. Bis ins Fiskaljahr 2030 sind bis zu einer Billion Yen im Gespräch.

Die Modellfahrpläne erklären, warum Kawasaki 2030 sagt und nicht 2027. Ein omnimodales Modell, das Text, Bild, Video und Ton zusammen verarbeitet, ist für das Fiskaljahr 2028 angesetzt, eine KI, die Raum und physikalische Eigenschaften wirklich versteht, erst für 2030. Das Rechenzentrum dazu heisst FRONTia, 140 Megawatt, 27'500 Nvidia-Rubin-GPUs, Baustart April 2027, Betrieb ab Juni 2028. Wer seinen Roboter an dieses Fundament hängt, kann nicht früher fertig sein als das Fundament.

Panasonic steht an einem anderen Punkt. Die Forschungsabteilung für KI und Robotik existiert erst seit dem 1. Oktober, einen Roboter hat niemand gesehen, und Sakakibara sagt selbst, die Arbeit an den Modellen habe gerade erst begonnen. Was der Konzern vorweisen kann, sind Teile: Leistungselektronik, Wärmeleitmaterialien, taktile Drucksensoren, kompakte Motoren. Im September eröffnete Panasonic Energy ein neues Batterie-Forschungszentrum und nannte Humanoide dort ausdrücklich als kommendes Anwendungsfeld. Fabriken und Lager sind die ersten Zielmärkte.

Dass die Brandsicherheit in den Vordergrund rückt, ist ungewöhnlich und wohl kalkuliert. Ein Humanoide trägt eine bis drei Kilowattstunden mit sich herum, bewegt sich zwischen Menschen und fällt gelegentlich hin. Die Branche redet über Freiheitsgrade und Greifquoten. Panasonic redet über das, was passiert, wenn so ein Gerät im Lager liegen bleibt und raucht. Der Haken daran ist offensichtlich: Ein Verkaufsargument ohne Produkt bleibt ein Verkaufsargument.

Die Konkurrenz wartet nicht. Galbot hat am 2. Oktober einen zweibeinigen Humanoiden ab 79'000 Yuan ausgepreist, rund 9800 Franken, lieferbar jetzt. Unitree verkauft eine Roboterhand mit 22 Gelenken für 6500 Dollar. Bis Panasonic 2029 anfängt, haben chinesische Hersteller mehrere Produktgenerationen hinter sich, und in Japan läuft dann gerade das Rechenzentrum an. Beim Bestand an Industrierobotern haben die USA Japan in diesem Jahr erstmals überholt. Hironobu Tamba, der Noetra führt und bei SoftBank sitzt, nennt das Vorhaben die vielleicht letzte Chance, und er meint das nicht als Werbung.

Für die Schweiz ist an diesen Terminen weniger der Roboter interessant als die Stückliste. Wer hier eine Halle automatisiert, kauft, was lieferbar ist, und das kommt derzeit aus China oder von europäischen Spezialisten. Ein japanischer Industriehumanoide, der um 2030 ferngesteuert Patrouille läuft, löst kein Problem von 2027. Noetra legt dagegen jetzt fest, welche Sensoren, Getriebe und Antriebe in eine Plattform gehören, die bis 2040 zehn Millionen Geräte über 18 Branchen tragen soll. Schweizer Präzisionsfertiger, die bei solchen Spezifikationen nicht früh am Tisch sitzen, liefern später Ersatzteile.

Offen bleibt, ob eine staatlich orchestrierte Plattform schneller lernt als zwanzig Firmen, die sich gegenseitig jagen. Japan hat seine Antwort darauf auf 2040 datiert.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.