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Markt5. Oktober 2026

Galbot ET1 ab 79'000 Yuan: Der humanoide Roboter wird billig, die Intelligenz kostet extra

Galbot verlangt für seinen zweibeinigen Humanoiden ET1 ab 79'000 Yuan, rund 9800 Franken. Lernen durch Zuschauen gibt es erst in der mittleren Version, für 60'000 Yuan Aufpreis. Die Motoren liefert Unitree, dessen eigener Roboter bei fast gleicher Grösse teurer ist.

Galbot ET1 ab 79'000 Yuan: Der humanoide Roboter wird billig, die Intelligenz kostet extraSymbolbild · KI-generiert

Galbot hat am 2. Oktober die Preise für seinen ersten zweibeinigen Humanoiden genannt. Der ET1 kostet in der Standardversion 79'000 Yuan, rund 9800 Franken, die Varianten Pro und Flagship 17'200 und 22'200 Franken. Das Gerät ist 1250 Millimeter hoch, wiegt mit Akku 32 Kilo und hat 26 Freiheitsgrade. Tanzen und sprechen kann jede Version. Lernen durch Zuschauen nicht.

Damit steht die Intelligenz erstmals offen getrennt auf der Preisliste eines Humanoiden. Wer will, dass der Roboter eine Bewegung abschaut und sofort nachmacht, zahlt 60'000 Yuan Aufpreis für ein Rechenmodul. Dazu kommt ein Detail, das Galbot selbst bestätigt: Die Motoren liefert Unitree, dessen eigener G1 bei fast gleicher Grösse ab 13'500 Dollar beginnt.

Die Standardversion rechnet auf einem Controller mit RK3588- und RDK-X5-Chips und sieht über Stereokameras. Mehr braucht es nicht für das, was sie können soll: eine einstudierte Choreografie abspielen und auf Zuruf antworten. Die Pro-Version bekommt ein Orin-Nano-Modul mit 40 TOPS, und erst damit schaltet Galbot frei, was in den Demovideos beeindruckt. Der Roboter beobachtet einen Tänzer und übernimmt dessen Bewegung im laufenden Betrieb, inklusive Figuren, bei denen er sich auf die Hände stützt. Die Flagship-Version legt ein NX-Modul mit 100 TOPS nach und öffnet die Plattform für eigene Entwicklung. Geschickte Hände mit zwölf zusätzlichen Freiheitsgraden gibt es ohnehin nur für Pro und Flagship.

Dahinter liegt AstraBrain-WBC, ein Bewegungsmodell mit rund hundert Millionen Parametern. Galbot gibt an, dafür Bewegungsdaten im Umfang von etwa einer Million Stunden gesammelt zu haben, teils mit hochpräziser Aufzeichnung im Labor, teils aus Internetvideos auf die Robotergeometrie umgerechnet. Motion Capture im klassischen Sinn braucht der Roboter im Betrieb nicht mehr.

Gezeigt hatte Galbot den ET1 erstmals im August an der World Robot Conference in Peking, wo er neben einer menschlichen Tänzerin auftrat. Anfang September öffnete die Vorbestellung, nach Angaben des Herstellers kamen in den ersten 24 Stunden über 200 Reservierungen herein, mehr als hundert davon über JD.com. Das Unternehmen wurde im Mai 2023 vom Pekinger Hochschulforscher He Wang gegründet, hat bisher 980 Millionen Dollar eingesammelt, wird mit drei Milliarden bewertet und bereitet einen Börsengang in Hongkong vor. Counterpoint Research führt Galbot für das erste Halbjahr 2026 auf Rang drei weltweit, mit gut 1100 ausgelieferten Robotern und etwa fünf Prozent Marktanteil.

Wer daraus schliesst, humanoide Roboter seien jetzt bezahlbar, hat die Produktseite nicht zu Ende gelesen. Galbot verkauft den ET1 ausdrücklich nicht für den Haushalt und nicht für die Werkhalle, sondern für Themenparks, Ladeneingänge, Bühne und Comedy. Ein 32-Kilo-Gerät mit 26 Gelenken und ohne mitgelieferte Hände hebt nichts, trägt nichts und montiert nichts. Billig geworden ist nicht der Humanoide. Billig geworden ist der Vorführroboter. Noch im Sommer kursierten in Datenbanken Schätzpreise um 95'000 Dollar für den ET1, weil alle einen Arbeitsroboter vermuteten. Die Erwartung lag um den Faktor acht daneben, und das sagt mehr über die Erwartung als über den Preis.

QbitAI, das die Preisliste zuerst gemeldet hat, ordnet die Basisversion zwischen zwei Lagern ein. Companion-Roboter für den Hausgebrauch liegen in China bei 20'000 bis 30'000 Yuan, professionelle Humanoide bei 120'000 bis 200'000. Genau in diese Lücke zielt Galbot, und bisher stand dort nichts.

Für Schweizer Interessenten ist der Kaufknopf auf JD.com vorerst wertlos, geliefert wird hierher nicht. Bleibt der Umweg über Händler und Vermieter, und dieser Markt existiert bereits: Anbieter wie Toneart führen Unitree G1 Event und H2 im Mietprogramm, die Preise gibt es auf Anfrage und je nach Dauer, Transport und Begleitung durch einen Operator. Wenn ein vergleichbares Gerät neu zehntausend Franken kostet, rechnet sich die Miete für ein Unternehmen, das zweimal im Jahr an eine Messe geht, plötzlich ganz anders. Dazu kommen Zoll, Mehrwertsteuer und die Frage der Konformität. Ein in China gekaufter Vorführroboter bringt keine europäische Konformitätserklärung mit, und wer ihn an einem Stand mit Publikumsverkehr laufen lässt, trägt die Verantwortung selbst. Was ein Preisschild auf einer chinesischen Produktseite alles verschweigt, haben wir auf robothub24 schon einmal nachgerechnet.

Interessant wird, was Galbot mit dem Abstand zwischen Standard und Pro anfängt. Technisch trennt die beiden Versionen ein Rechenmodul, das im Einkauf einen Bruchteil der 60'000 Yuan kostet. Bezahlt wird also nicht die Platine, sondern der Zugriff auf ein Modell. Das ist der Punkt, an dem die Robotik anfängt, wie die Softwarebranche zu rechnen, und Galbot dürfte nicht der letzte Hersteller sein, der die Rechnung so aufmacht.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.