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Branche29. September 2026

Humanoide Roboter: 1584 Patentanmeldungen aus China, 113 aus den USA

Bei den fünf grossen Patentämtern wurden im ersten Halbjahr 2026 aus China 1584 Patente zu humanoiden Robotern erfasst, aus den USA 113, aus Südkorea 35. Chinas Anteil am weltweiten Bestand liegt damit bei 60,8 Prozent, auf Europa, Japan und alle übrigen Länder zusammen entfallen 12,8 Prozent. Bei den grossen Lernmodellen für Roboter ist die Verteilung noch schiefer.

Humanoide Roboter: 1584 Patentanmeldungen aus China, 113 aus den USASymbolbild · KI-generiert

Bei den fünf grossen Patentämtern wurden im ersten Halbjahr 2026 aus China 1584 Patente zu humanoiden Robotern erfasst, aus den USA 113, aus Südkorea 35. Bekannt wurden die Zahlen am 28. September über eine Anfrage im südkoreanischen Parlament. Chinas Anteil am weltweiten Bestand stieg damit auf 60,8 Prozent, nach 51,8 Prozent im Jahr 2024, die USA fielen von 27,3 auf 21,8 Prozent zurück.

Auf Europa, Japan und alle übrigen Länder zusammen entfallen die restlichen 12,8 Prozent. Patente sagen nichts darüber, wer den besseren Roboter baut. Sie sagen etwas darüber, wer später Lizenzen verlangen und Bauteile aus dem Markt klagen kann. Und weil Anmeldungen erst achtzehn Monate nach Einreichung veröffentlicht werden, ist der Abstand heute grösser als die Tabelle zeigt.

Am deutlichsten wird das Gefälle bei den Robot Foundation Models, also jenen grossen Lernmodellen, die einem Roboter Wahrnehmung und Bewegung in einem beibringen. Dort halten chinesische Anmelder 66,3 Prozent der Patente in den fünf Ämtern, die USA kommen auf 14,1 Prozent, Südkorea auf 8,8. Ausgerechnet der Teil der Technik, der in den letzten zwei Jahren am meisten Tempo gemacht hat, ist am einseitigsten verteilt.

Die Erhebung war als Weckruf für Seoul gemeint, nicht als Momentaufnahme für den Rest der Welt. Das Korea Institute of S&T Evaluation and Planning bewertet den Stand einzelner Länder regelmässig mit den USA als Massstab von hundert Punkten. Bei der autonomen Manipulation kletterte China zwischen 2022 und 2024 von 79 auf 90 Punkte, während Südkorea von 85 auf 80 abrutschte. Bei der Mensch-Roboter-Interaktion dasselbe Bild. Der Abgeordnete Lee Jeong-heon verlangt deshalb einen Umbau der staatlichen Forschungsförderung und warnt vor einem Rückstand, der sich nicht mehr aufholen lasse.

Menge ist allerdings nicht gleich Wirkung. Eine Auswertung der Patentlandschaft durch den Branchendienst IAM zeigt, dass US-Anmelder nur rund fünf Prozent der aktiven Patentfamilien zum Roboteraufbau halten, aber etwa elf Prozent der gewichteten Portfoliostärke. Ein amerikanisches Patent wiegt im Schnitt also gut doppelt so schwer, wie es die Stückzahl vermuten liesse. In den chinesischen Anmeldungen stecken viele Varianten desselben Gedankens. Wer daraus jedoch schliesst, das sei blosse Statistikpflege, unterschätzt, wie viel Verhandlungsmasse auch mittelmässige Schutzrechte in der Summe ergeben. Vor Gericht zählt am Ende, wer zuerst da war.

Aus Europa taucht in diesen Ranglisten praktisch nur ein Name auf. Agile Robots aus München gehört bei der Portfoliostärke zu den zehn stärksten spezialisierten Robotikfirmen. Sonst ist der Kontinent in dieser Statistik ein Randbezirk, und das ist bemerkenswert für eine Region, die den Maschinenbau seit hundert Jahren als Kerngeschäft betrachtet.

Für die Schweiz ist der Befund besonders schief, weil das Land beim Patentieren sonst alles richtig macht. 9914 europäische Patentanmeldungen kamen 2025 aus der Schweiz, Platz sieben weltweit und Platz drei in Europa, und pro Kopf ist die Schweiz mit 1096 Anmeldungen je Million Einwohner unangefochten an der Spitze. Zürich liegt unter den europäischen Regionen auf Rang dreizehn, Waadt auf achtzehn, Zug auf neunzehn. Nur liegt die Stärke bei Medizintechnik, Pharma und Spezialmaschinen. Beim Humanoiden als Ganzem, bei Gelenkarchitektur, Ganzkörpersteuerung und Lernmodellen, spielen Schweizer Anmelder kaum mit.

Das muss kein Fehler sein. ANYbotics, mimic oder Hexagon bauen nicht den kompletten Menschenroboter, sondern Teile davon, in denen sie zur Weltspitze gehören, und melden dort an. Diese Rechnung geht auf, solange niemand die Durchfahrt versperrt. Wie schnell das gehen kann, führt gerade Universal Robots vor: Die dänische Mutter Teradyne zog am 27. August gegen den chinesischen Hersteller JAKA vor das Einheitliche Patentgericht, nachdem sie einen gekauften Roboterarm zerlegt und mit den eigenen Schutzrechten verglichen hatte. Ein Urteil würde in 17 EU-Staaten wirken. Solche Verfahren funktionieren in beide Richtungen, und die Gegenseite hat inzwischen deutlich mehr Munition im Schrank.

Bleibt die Frage, was die Zahlen für einen Schweizer Zulieferer praktisch bedeuten. Vermutlich dies: Eine Freedom-to-operate-Abklärung, früher eine Formalie kurz vor der Serie, gehört bei Komponenten für Humanoide an den Anfang der Entwicklung. Sonst steht am Ende ein fertiges Getriebe im Regal, das in Europa niemand verkaufen darf. Die Antwort auf die Frage, wessen Patent man streift, steht mit hoher Wahrscheinlichkeit auf Chinesisch.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.