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Branche22. September 2026

Trainingscenter im Autowerk: Atlas übt bei Hyundai, 25'000 Kollegen sollen folgen

Boston Dynamics hat im Hyundai-Werk in Georgia ein Trainingscenter für den Humanoiden Atlas eröffnet. Hyundai plant 25'000 Roboter für die eigenen Werke. Wie viele heute üben, bleibt geheim, und eine Gewerkschaft gibt es am Standort nicht.

Trainingscenter im Autowerk: Atlas übt bei Hyundai, 25'000 Kollegen sollen folgenSymbolbild · KI-generiert

Am 21. September hat Boston Dynamics bei Savannah in Georgia ein Trainingscenter für Roboter eröffnet, mitten im laufenden Hyundai-Werk. Der Humanoide Atlas lernt dort an echten Autoteilen, Kartons auszupacken und Teile für die Montage in Fächer zu sortieren. 2027 zieht das Zentrum in ein zehnmal grösseres Gebäude. Wie gross das Kader heute ist, verrät der Trainerstab nicht.

Das Training hat ein klares Ziel: Hyundai will 25'000 Atlas in die eigenen Werke stellen. Pikant ist der Standort. In Georgia gibt es keine Gewerkschaft, während in Korea im Juli 35'000 Hyundai-Beschäftigte gegen genau diese Roboter gestreikt haben. Sie verlangen ein Vetorecht, bevor der erste Atlas eine koreanische Halle betritt.

Boston Dynamics nennt die Halle eine Fabrik für Roboterverhalten. Echte Teile, echte Arbeitszellen, dazu Menschen, die Atlas fernsteuern oder Handgriffe mit handgeführten Greifern vormachen, während im Simulator parallel weitergeübt wird. Was hier vom Band läuft, sind keine Autos, sondern Trainingsdaten. Das klingt unspektakulär, ist aber genau das, was Humanoiden heute am meisten fehlt.

Der Trainingsplan ist ehrgeizig. Im Sommer war vom ersten Einsatz in Georgia ab 2028 die Rede, jetzt steht Atlas zwei Jahre früher im Werk, wenn auch vorerst im Training und noch nicht im Einsatz. Montagearbeiten sollen bis 2030 folgen, und Hyundai plant in den USA eine eigene Fertigung für 30'000 Roboter pro Jahr. Dass niemand sagt, wie viele Atlas bereits üben, passt ins Bild: Wer heute keine Zahl nennt, muss sich morgen auch an keiner messen lassen.

Für die Konkurrenz ist das unbequem. Figure lernt bei BMW, Agility bei Logistikkunden, und Hexagon sammelt für seinen in Zürich entwickelten AEON Erfahrung in den Pilotwerken von Schaeffler. Sie alle sind Gäste in fremden Hallen. Atlas dagegen hat den Schlüssel zum eigenen Haus, seit Hyundai im Juli die letzten Anteile an Boston Dynamics übernommen hat.

Einen Schweizer Nebenschauplatz gibt es auch. Drei Tage vor der Eröffnung wurde bekannt, dass SoftBank das Robotics and AI Institute übernimmt, das aus dem Umfeld von Boston Dynamics stammt und in Zürich Oerlikon ein Labor unter ETH-Professor Marco Hutter betreibt. Die Grundlagenforschung zieht weiter, die Praxis zieht ins Werk. Bis ein Atlas in einer Schweizer Pharma- oder Uhrenfertigung Ampullen sortiert, dürften allerdings noch einige Trainingssaisons vergehen.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.