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Markt14. August 2026

Uber steigt still aus: Serve Robotics verliert zwei Drittel seiner Jahresprognose

Am 11. August wurde ein Pflichtdokument der US-Börsenaufsicht öffentlich, aus dem Serve Robotics erfuhr, dass Uber seine gesamte Beteiligung verkauft hat. Fünf Tage zuvor hatte der Lieferroboter-Hersteller seine Jahresprognose von 26 auf 9 bis 10 Millionen Dollar gesenkt. Der Vertrag mit dem wichtigsten Kunden läuft Anfang 2027 aus.

Uber steigt still aus: Serve Robotics verliert zwei Drittel seiner JahresprognoseSymbolbild · KI-generiert

Am 11. August wurde ein Pflichtdokument der US-Börsenaufsicht öffentlich, aus dem Serve Robotics erfuhr, dass Uber seine gesamte Beteiligung am Lieferroboter-Hersteller abgestossen hat. Vorgewarnt wurde die Firma nicht. Fünf Tage zuvor hatte Serve die eigene Umsatzprognose für 2026 von 26 auf 9 bis 10 Millionen Dollar gesenkt, weil das Liefervolumen über Uber Eats erstmals seit siebzehn Quartalen sank. Im zweiten Quartal setzte das Unternehmen 3,2 Millionen Dollar um und verlor 64,1 Millionen.

Serve galt als Vorzeigefall der Trottoirrobotik: 2021 aus Uber heraus ausgegründet, über 2000 Roboter ausgeliefert, an der Nasdaq kotiert. Brisant ist der Kalender. Der Vertrag mit Uber läuft Anfang 2027 aus, und Serve will ihn nur verlängern, wenn sich die Konditionen ändern.

Die aufschlussreichste Zahl des Quartals steht nicht bei den Finanzen, sondern in der Kennzahlentabelle. Im Schnitt waren täglich 792 Roboter tatsächlich unterwegs, im Quartal davor waren es 812. Die geleisteten Einsatzstunden gingen von 10'295 auf 9'809 pro Tag zurück. Von den über 2000 ausgelieferten Fahrzeugen fährt also nicht einmal die Hälfte regelmässig, und die Flotte schrumpft im Einsatz, während sie auf dem Papier wächst. Genau das ist das Muster, das die ganze Branche fürchtet: nicht fehlende Technik, sondern fehlende Auslastung.

Die Vorgeschichte reicht weiter zurück, als die Meldung vermuten lässt. Uber kaufte 2020 den Lieferdienst Postmates für 2,65 Milliarden Dollar, aus dessen Forschungsabteilung Serve ein Jahr später als eigene Firma hervorging. 2023 vereinbarten beide Seiten den Ausbau auf bis zu 2000 Roboter für Uber Eats. Dieses Ziel war jahrelang die Erzählung, mit der Serve an die Börse ging und Kapital einsammelte. Dass ausgerechnet der Mutterkonzern nun ohne Vorwarnung aussteigt, wiegt schwerer als der reine Aktienverkauf.

Serve selbst verweist auf die Umbauten, die längst laufen. Das Geschäft mit DoorDash wuchs im gleichen Quartal um fast 50 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Werbung auf den Robotern macht inzwischen knapp die Hälfte des Umsatzes im Essenslieferbereich aus, wiederkehrende Erlöse mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes. Über die Übernahme von Diligent Robotics ist die Firma zudem in Spitäler vorgestossen, sieben mehrjährige Verträge wurden verlängert, zwei Häuser kamen dazu. Selbst eine Wäscherei-Kette gehört neu zu den Kunden. Finanzchef Brian Read nennt das eine bewusste Entscheidung, «Flotte und Kapital auf die Möglichkeiten mit der höchsten Rendite zu konzentrieren». Passend dazu senkte Serve auch die erwarteten Betriebskosten für 2026 von 160 bis 170 auf 140 bis 150 Millionen Dollar.

Das Polster ist vorhanden. Ende Juni lagen 240,4 Millionen Dollar an Barmitteln und Wertschriften in der Bilanz, das reicht bei aktuellem Tempo für einige Quartale. Nur ändert Geld nichts am eigentlichen Problem: Ein Roboter, der zwar fährt, aber zu wenige Aufträge bekommt, ist teurer als gar kein Roboter.

In der Schweiz ist diese Rechnung schon einmal aufgegangen und dann liegengeblieben. Die Post testete ab September 2016 während vier Monaten Lieferroboter von Starship in Bern, Köniz und Biberist, rund 200 Touren und 1000 Kilometer kamen zusammen, Traglast bis zehn Kilogramm. 2017 folgte ein fünfwöchiger Versuch mit Jelmoli in der Zürcher Innenstadt. Weitergegangen ist es danach nicht, und wer heute durch eine Schweizer Innenstadt läuft, begegnet keinem einzigen dieser Geräte. Die Technik war damals reif genug für den Versuch. Das Volumen war es nie.

Für alle, die hierzulande über den Kauf oder das Leasing von Servicerobotern nachdenken, steckt darin die unbequemste Frage überhaupt, und sie hat nichts mit Sensorik oder Batterielaufzeit zu tun: Wer garantiert die Einsatzstunden? Ein Gerät, dessen Wirtschaftlichkeit an einem einzigen Grossabnehmer hängt, trägt dessen Strategiewechsel mit, ob es will oder nicht. Serve hat im zweiten Quartal für jeden eingenommenen Dollar rund zwanzig verloren. Das lässt sich mit Wachstum rechtfertigen. Ohne Wachstum wird es zur Rechnung.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.