Rémi Cadene hat bei Tesla die ersten neuronalen Netze für den Optimus-Roboter mitgebaut. Jetzt stellt sein Pariser Startup UMA mit Northstar einen eigenen Humanoiden vor, der zuerst in europäischen Fabriken und Lagern arbeiten soll. Mit rund 50 Firmen laufen bereits Gespräche.
Symbolbild · KI-generiertDrei Jahre lang arbeitete Rémi Cadene bei Tesla an der KI hinter dem Autopiloten und an den ersten neuronalen Netzen für Optimus. Am 7. Juli hat der Franzose in Paris gezeigt, was er daraus gemacht hat: Northstar, einen leichten, KI-getriebenen Humanoiden, den sein Startup UMA zuerst nach Europa bringen will. Erst danach sollen die USA und Asien folgen.
Die Vorstellung am Machina Summit umfasste mehr als ein Robotermodell. UMA präsentierte auch eine Lernarchitektur, mit der Roboter neue Handgriffe durch Vormachen lernen sollen statt durch aufwendiges Programmieren. Genau dafür ist Cadene in der Szene bekannt. Nach seinem Abgang bei Tesla baute er bei Hugging Face die Open-Source-Bibliothek LeRobot auf, die innert eines Jahres über 12'000 Sterne auf GitHub sammelte und heute in Robotiklabors weltweit im Einsatz ist.
Das Team, das er um sich geschart hat, liest sich wie eine Bestenliste des Fachs. Forschungschef Pierre Sermanet kommt von Google DeepMind, Technikchef Simon Alibert hat LeRobot mitentwickelt, und Chefdesigner Rob Knight entwarf den vielgenutzten Open-Source-Roboterarm SO-100. Als Berater stehen Metas KI-Chefwissenschaftler Yann LeCun und Hugging-Face-Mitgründer Thomas Wolf zur Seite. Vor dem öffentlichen Start soll Cadene rund 40 Millionen Dollar an Seed-Kapital gesucht haben, eine finale Zahl hat UMA bislang nicht bestätigt.
Konkret geplant sind zwei Maschinen: ein mobiler Industrieroboter mit zwei Armen für Lagerhallen und Montagelinien sowie ein kompakterer Humanoid für Umgebungen, in denen Menschen arbeiten, etwa Spitäler und Labore. Noch in diesem Jahr will UMA Pilotprojekte in Logistik, Fertigung und Gesundheitswesen starten. Mit rund 50 potenziellen Kunden laufen nach Firmenangaben bereits Gespräche.
Dass ein weiteres europäisches Schwergewicht in den Ring steigt, verändert die Ausgangslage auf dem Kontinent. Neura Robotics hat mit seiner Milliardenrunde eben erst Zürich als Entwicklungsstandort gestärkt, Sereact aus Stuttgart sammelte kräftig Kapital, und aus den USA drücken Figure und 1X mit hohen Bewertungen in den Markt. UMAs Wette lautet: Europäische Kunden kaufen lieber einen Roboter, der in der Nähe gebaut wird, und ein Team mit Open-Source-Wurzeln ist bei der Software schneller, als die Konkurrenz bei der Hardware aufholen kann.
Ob aus der Forscher-Supergroup ein Unternehmen wird, das tatsächlich Roboter ausliefert, bleibt die offene Frage. Sie stellt sich derzeit jeder Humanoiden-Firma, die vom Versprechen der physischen KI lebt. Cadene hat immerhin einen Namen, ein Team und einen klaren Zielmarkt. Laufen lernen muss Northstar jetzt selber.
Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.