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Branche2. Juli 2026

Apptronik zeigt Apollo 2: ein Roboter, der vor allem Daten sammeln soll

Apptronik hat in Austin eine riesige Trainingshalle für humanoide Roboter eröffnet und gleichzeitig die zweite Generation seines Humanoiden vorgestellt. Apollo 2 ist weniger Produkt als Datensammler: Was er lernt, fliesst direkt in die Robotik-Modelle von Google DeepMind.

Apptronik zeigt Apollo 2: ein Roboter, der vor allem Daten sammeln sollSymbolbild · KI-generiert

Gut 8000 Quadratmeter, verteilt auf eine einzige Halle in Austin, Texas. Dort lässt Apptronik seine Roboter künftig den ganzen Tag arbeiten, nicht weil die Arbeit dringend wäre, sondern weil dabei Daten entstehen. Der Robot Park, diese Woche in deutlich erweiterter Form eröffnet, ist das Herzstück einer Strategie, die sich vom Rest der Branche abhebt.

Gleichzeitig hat das texanische Unternehmen die zweite Generation seines Humanoiden vorgestellt. Apollo 2 gibt es in zwei Ausführungen: auf zwei Beinen oder auf einer fahrbaren Plattform. Die Radversion erfüllt die geltenden Sicherheitsnormen für mobile Industrieroboter und darf damit schon heute in gewöhnlichen Fabrikhallen und Lagern unterwegs sein. Die zweibeinige Variante bleibt technisch anspruchsvoller, dafür kommt sie überall dorthin, wo bisher nur Menschen arbeiten, Treppen und enge Durchgänge inklusive.

Bemerkenswert ist, wofür der neue Roboter eigentlich gedacht ist. Apollo 2 soll gar kein Verkaufsschlager werden. Er ist die Maschine, mit der Apptronik Trainingsdaten für den Nachfolger sammelt, das geplante kommerzielle Modell Apollo 3. Im Robot Park üben die Roboter Aufgaben aus Logistik, Fertigung und Detailhandel, teils ferngesteuert von Menschen, teils autonom. Jede Bewegung wird aufgezeichnet.

Diese Daten fliessen in Gemini Robotics, die Robotik-Basismodelle von Google DeepMind, mit dem Apptronik seit längerem forscht. «Die Branche hat jahrelang gezeigt, was Roboter in Demos können. Wir konzentrieren uns darauf, was sie jeden Tag bei der Arbeit leisten», sagt Firmenchef Jeff Cardenas. Roboter arbeiten, sammeln Daten, werden besser, und der Zyklus beginnt von vorn.

Apptronik ist kein Neuling. Das Unternehmen entstand aus einem Robotik-Labor der University of Texas und hat in knapp zehn Jahren 15 Roboter gebaut, darunter Valkyrie für die Nasa. Anfang Jahr kamen 520 Millionen Dollar frisches Kapital dazu, insgesamt ist knapp eine Milliarde zusammengekommen. Rund 300 Angestellte arbeiten heute für die Firma. Mercedes-Benz testet Apollo in der Fahrzeugfertigung, der Logistikkonzern GXO im Lager.

Hinter dem Aufwand steckt eine simple Erkenntnis: Der Engpass der Humanoiden-Branche sind nicht mehr Motoren oder Getriebe, sondern Anschauungsmaterial. Sprachmodelle konnten das halbe Internet lesen, für Handgriffe existiert kein vergleichbares Archiv. Chinas Hersteller begegnen dem Problem mit schierer Stückzahl, AgiBot etwa hat eben seinen 15'000. Roboter ausgeliefert. Apptronik hält mit kontrollierter Datenqualität dagegen: lieber weniger Roboter, dafür jede Bewegung sauber erfasst.

Für Industriebetriebe, auch hierzulande, ist vor allem die Doppelstrategie interessant. Die Radversion senkt die Hürde, weil sie in bestehende Sicherheitskonzepte passt und keine neuen Zulassungen nötig macht. Wer in den nächsten Jahren Automatisierung plant, wird sich womöglich nicht mehr fragen, ob ein Humanoide infrage kommt, sondern ob er fahren oder laufen soll. Wann Apollo 3 auf den Markt kommt, sagt Apptronik noch nicht. Sicher ist nur, dass er bis dahin einiges geübt haben wird.

Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft. Das Beitragsbild ist ein mit KI generiertes Symbolbild und kein Pressefoto.